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Die Tiefsee ist ein extremer und empfindlicher Lebensraum. Alle chemischen und biochemischen Prozesse laufen hier nur sehr langsam ab. Das verlangsamt auch das Leben: Tiere brauchen länger, um geschlechtsreif zu werden als in oberflächennahen Gewässern. Ein einzelner Fischzug mit stählernen Trossen über Felsen mit Kaltwasserkorallen kann so das Wachstum von Jahrhunderten und für Jahrzehnte hinaus zerstören.

Plastik im Meer

Obwohl das Entsorgen von Müll auf hoher See schon 1972 verboten wurde, sind die Folgen bis heute spür- und sichtbar, etwa in den Probefischzügen oder auf Videobildern aus der Tiefe.

Meeresforschen haben zum Beispiel in ca. 11.000 Metern Tiefe des Mariannegrabens eine Plastiktüte entdeckt. Plastikmüll findet sich Forschern zufolge mittlerweile sogar in der arktischen Tiefsee.

Eine neue Studie zeigt, das Plastik eines der größten Probleme für die Tiefsee darstellt. Selbst entlegene Gebiete wie die Arktis und der mittelatlantische Rücken seien betroffen. Insgesamt untersuchten die Experten 32 verschiedene Regionen im Nordost-Atlantik, im Arktischen Ozean und im Mittelmeer. Die AWI-Forscherin stieß bei der Auswertung von Aufnahmen aus einem Tiefseeobservatorium in der Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen auf Plastikmüll. Dieser ist den Angaben zufolge bereits bis weit nach Norden in die Arktis vorgedrungen und findet sich dort in Wassertiefen, über die selbst den Experten bislang nur wenig bekannt ist.

Besondere Sorge machen den Forschern aber weniger die umhertreibenden Plastiktüten und andere größere Teile, die von Tieren verschluckt werden können. Sie fürchten vor allem die möglichen Folgen der Mikropartikel, zu denen Plastik mit der Zeit zerfällt. Denn mit diesen millimeterkleinen Teilen fangen die ökologischen Probleme wahrscheinlich erst richtig an. Diese Partikel in der Nahrungskette der Tiefsee anreichern. Und für alle Zeiten auf dem Boden der Tiefsee bleiben.